Nachrufe

An dieser Stelle soll an einzelne verstorbene Persönlichkeiten erinnert werden, welche besonders prägend für den Fachbereich Landschaft an der TUM waren. Die Seite erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


© 2023 EPFL

Nachruf Beate Jessel (1962–2026)
Am 13.04.2026 ist die ehemalige Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz Beate Jessel im Alter von 63 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.
Beate Jessel hat in Weihenstephan von 1982–1989 Landespflege studiert und den Schwerpunkt auf Landschaftsökologie und Landschaftsplanung gelegt. Anschließend war sie für drei Jahre wissenschaftliche Angestellte im Planungsbüro von Prof. Schaller in Kranzberg, und dann Leiterin des Referats „Ökologisch orientierte Planungen“ der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen. In dieser Zeit fertigte sie auch ihre Dissertation zum Thema „Landschaften als Gegenstand von Planung. Betrachtungen über die Theorie ökologisch orientierten Planens“ an. Es folgte der Ruf auf die Professur Landschaftsplanung an der Universität Potsdam. Von dort kehrte sie 2006 auf den mit Mitteln der Allianz-Umweltstiftung neu eingerichteten Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung an ihre Alma Mater nach Weihenstephan zurück. Von 2007 bis 2021 leitete sie das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Beate Jessel wurde 2021 zur Direktorin der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL berufen und war ab 2023 Professorin für Landschaftsentwicklung an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne. Dort baute sie eine Forschergruppe mit einem breiten Portfolio zu aktuellen Themen der Landschaftsentwicklung auf.
Frau Jessel hat in ihrer Karriere hervorragende wissenschaftliche Beiträge geleistet. Ihr gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Kai Tobias verfasstes und 2002 veröffentlichtes Buch ‚Ökologisch orientierte Planung‘ ist nach wie vor ein Standardwerk. Als Präsidentin des BfN hat sie den Naturschutz in Deutschland nachhaltig geprägt. Das Bundeskonzept ‚Grüne Infrastruktur‘, das Bundesprogramm ‚Blaues Band Deutschland‘, und das Programm zur Wiedereinbürgerung des Wolfs sind nur einige der bedeutenden Leistungen des BfN unter ihrer Leitung. Sie hat das BfN fachlich fundiert und mit großer Überzeugungskraft sowohl gegenüber der Politik als auch in der Öffentlichkeit vertreten.
Wir werden unserer ehemaligen Kollegin Beate Jessel ein ehrendes Andenken bewahren.

Prof. Dr. Stephan Pauleit, Lehrstuhl Strategie und Management der Landschaftsentwicklung, TUM


Christoph Valentien bei einer Lesung in Foyer des Landschaftsgebäudes am 28.10.2024 (© Printz)

Wir trauern um unser Ehrenmitglied Prof. Christoph Valentien

Unser ACL-Ehrenmitglied und langjähriger Ordinarius des Lehrstuhls Landschaftsarchitektur und Entwerfen, Christoph Valentien ist am 2.12.2025 zu Hause im Kreis seiner Familie nach schwerer Krankheit eingeschlafen.


Erinnerung an Prof. Dr. Kohler

Der Kollege Kohler (Tübingen) ist am 21. Juni 2025 im Alter von 92 Jahren gestorben. Die älteren Alumni, Kolleginnen und Kollegen werden sich noch an ihn erinnern.
Er wurde nach meiner Berufung auf den 1966 gegründeten Lehrstuhl für Landschaftsökologie der TUM, den ich ja „mit Null“ begann, als zweiter Professor dorthin berufen und hat zur raschen Entwicklung und auch zum guten Ruf des Lehrstuhls wesentlich beigetragen. 
Er ergänzte meine Vorlesungen und Seminare in Landschaftsökologie und Ökosystemlehre durch solche in Vegetationskunde, die damals „Pflanzensoziologie“ hieß. 
Außerdem betrieb er intensive Forschungen. Sein Spezialgebiet war die Pflanzenwelt der Fließgewässer (nur Gefäßpflanzen, keine Algen). Dazu wählte er den Fluss Moosach aus, der durch Freising fließt, und legte oberhalb und unterhalb der Stadt je einen Flussabschnitt für seine Untersuchungen fest. Er fuhr fast täglich mit dem Fahrrad dorthin, maß den Wasserstand, die Fließgeschwindigkeit und die Wassertemperatur, und notierte jeweils den Zustand der Pflanzen, ihr Wachstum, Blühen oder Fruchten. Auch die Wasserchemie wurde regelmäßig untersucht. Jeden Monat machte er auch Vergleiche mit dem Pflanzenwuchs in der Isar und der Donau.
Kohler beschränkte sich aber nicht auf diese Forschungen, sondern pflegte auch Kontakte nach Übersee, vor allem nach Südamerika. Mehrfach war er in Chile und hat dort an der Pazifikküste die Flora und Vegetation eines Dünenbereichs untersucht und darüber publiziert.
Er war ein sehr angenehmer, stets hilfsbereiter Kollege, den ich in bester Erinnerung behalte.

Prof. Wolfgang Haber